
Schierke, Harz 30.1 – 1.2.2009
Nachdem ich morgens noch kurz etwas für die Arbeit tun durfte, fing ich an meine Outdoorklamotten zusammen zu packen. Es ging nämlich zu einem Treffen der outdoorseiten.net, natürlich draussen. Dies sollte meine erste Erfahrung im zelten im Winter werden. Und ich war mehr als heiss auf die kalte Erfahrung. Natürlich habe ich mein Material entsprechend vorbereitet und aufgerüstet, mir ein paar spezifische Sachen angelesen, da ich Wochen vorher merkte, daß mir dieses Unterfangen doch etwas näher ging und ich dem Ganzen mit Respekt entgegenblickte.
Freitag ging es dann los. Nach reichlich Stau im Ruhrpott und 2 beobachteten Unfällen, ging endlich von der Autobahn runter, und rein in eine echte Winterlandschaft. Das sah wirklich schön aus.
Endlich am Campingplatz angekommen, in einer herrlichen der Schneelanfschaft, begrüsste ich erstmal meinen alten Freund Tomas. Darauf habe ich mich am meisten gefreut, den nochmal zu sehen, und dann auch noch wie früher beim zelten. Schön, daß wir beide diese Begeisterung immer noch teilen. Dann gings ans Zeltaufbau und Einrichtung. Als alles soweit fertig war, gesellte ich mich erstmal zu Tomas ins Zelt, denn er hatte das Abendessen schon vorbereitet. Dies war aber nicht der einzige Grund, denn er hatte ausserdem einen Ofen im Zelt. Hierzu muß man sagen, er hatte ein Lavvu. Ein Pyramidenzelt mit offenem oberen Ende, abdeckbar. Und einen ziemlich geilen selbgebauten Hobo Ofen.
Reichlich gestärkt gingen wir zu den anderen ans Lagerfeuer. Eine nette Runde war da. Teilweise kam bei mir aber doch etwas Unmut auf, als man sich doch besser mit seinem Nicknamen, statt des richtigen Namen kannte. Aber dafür waren wir halt angereist, um andere aus dem Forum zu treffen. Müde von der Anfahrt und Kälte machte ich mich gegen 22:30 ins Zelt. Bedenken wegen meinem Kunstfaserschlafsack hatte ich zunächst schon, aber die erwiesen sich als nichtig. Er ist zwar schwer und voluminös, aber sauwarm und bequem. Gegen “schwer” und “voluminös” muß ich allerdings etwas unternehmen, über kurz oder lang wird es wohl Daune werden. Vor allem wenn man, wie ich, am Winterzelten Blut geleckt hat.
Nach ca. 10 Std. richtig guten Schlafs stellen sich gegenüber dem Camping im Sommer doch andere Morgengedanken. Wie kann ich möglichst warm angezogen meinen Urin loswerden? Im Sommer kann ich mit Schuhen und Unterhose problemlos aus dem Zelt und Pinkeln gehen. Im Winter aber kommt einem echt der Gedanke nahe, eine der Weithals Trinkflaschen zu missbrauchen. Dafür muß ich mir was einfallen lassen, eine Lösung gibt es da bestimmt.
Nun gings ans Frühstück, schöne und leckere Pfannkuchen Fertigmischung. Diese zog sogar Zuschauer an, sodaß es ein witziger morgen wurde. Als dann der Frühschoppen losgehen sollte, merten wir, daß das Bier leicht gefroren war. Flüssigkeiten im Winter sind halt ein Thema für sich…
Wir warteten auf Clemens, der gegen Mittag auftauchen sollte. Als er dann sein Zelt aufgebaut hat, gings nach einer kurzen Info von der Platzwärtin los zum Brocken. Gegen 13.00 Uhr sind wir los. Über den Bahnparallelweg ging es bis zum Eckerlochsteig zum Brocken. Der Hinweg sollte laut angaben rund 3 Std dauern, bei uns waren es 2,5 Std. Prima, dachte ich mir, gute Zeit dafür daß Du schon länger sowas nicht gemacht hast. Mit gefrorener Trinkflasche kamen wir oben an, und machten uns beim “Brockenwirt” bequem. Clemens kannte ich bis dato nicht, er kommt mit auf die Bergtour im Sommer, so ergab sich eine gute Situation, ihn kennenzulernen. Eine richtig nette Runde, die ebenfalls richtig Lust auf die Bergtour macht.
Nach der überteuerten Currywurst und 2 Bier gings runter. Das Wetter wurde nicht besser, und aus den ca. 50m Sicht wurden nicht mehr als 30, dazu kam richtig schnell Dunkelheit auf. Also über den Hexenstieg und den Glashüttenweg wieder zurück auf den Platz. Dort angekommen brannte schon das Lagerfeuer.

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Wir sind allerdings erstmal hungrig und hundemüde in Tom´s Lavvu rein und machten uns ans Raclette!
Jawohl, nobel geht die Welt zu Grunde, zumindest mit Pfannkuchen zum Frühstück und Raclette am Abend.
Mit vollem Magen und 2-3 Bierchen später kam ich nicht mehr zum Lagerfeuer, ich war müde und suchte mein Zelt auf. Es war 21:30, so früh gehe ich nie pennen.
Am Sonntag, dem Tag der Abreise war es ziemlich dunkel als ich aufgewacht bin. Bis ich merkte, daß es nicht an der Uhrzeit, sondern an rund 10-15 cm Neuschnee,der mein Zelt mit Dunkelheit bedeckte. Aber ok, das Zelt war dicht, und hielt es aus. Dafür habe ich mir das Teil ja geholt! Nach kurzem Morgenkaffee gings dann schon ans packen und die Rückreise. Etwas Schnee habe ich im verpacktem Zelt noch mitgebracht, quasi als kurzlebige Erinnerung ans Wochenede.
Fazit: jederzeit wieder, aber ich muß etwas aufrüsten und ein paar Sachen diesbezüglich überdenken (z.B. das Urinproblem)!
Nachtrag:
Auch wenn ich selbst nicht ganz von Ultra Light überzeugt bin, gilt mein Respekt an The Other Face, der mit 7kg Reisegepäck (inkl. Essen und 1l Wasser) zu diesem Wochenende kam.
Und ebenfalls an Bernie, der zwar in Toms Lavvu reichlich Abgase hinterließ, andererseits aber eiskalt am diesem Wochenende biwakierte.